Bereits seit 1977 ist es gesetzlich erlaubt, die Vollinventur durch den Einsatz von Stichprobenverfahren zu rationalisieren. Dies gilt natürlich auch für die Inventuren in Unternehmen des Einzelhandels.
INFORM bietet für Filialorganisationen, die Warenwirtschaftssysteme ohne Bestandsfortschreibung im Einsatz haben, eine spezielle Version von INVENT für Einzelhandelsinventuren an.
Zeitlicher Aspekt der Inventur
Der zeitliche Aspekt der Inventur bleibt bei Einsatz von INVENT unberührt. Nach wie vor können im üblichen gesetzlichen Rahmen die Termine zum Stichtag vor- oder nachverlegt bzw. permanent gestaltet werden. Auch einer Aufnahme während der Ladenöffnungszeit steht nichts entgegen.
Vorgehensweise
Das Sortiment wird weiterhin komplett durchgezählt, der Stichprobenumfang in Form eines Erfassungsintervalls vorgegeben. Beispielweise bedeutet ein Intervall von 10, dass nur der Verkaufspreis jedes 10. Stücks aufgeschrieben wird.
Erreicht das Aufnahmeteam das Ende eines Zählbereichs, so wird es in den seltensten Fällen mit seinem Zählintervall genau bei dem letzten Stück auskommen - es bleibt eine Restmenge übrig. Diese wird gezählt und lediglich die Menge ohne Beachtung der Preise in das dafür vorgesehene Feld eingetragen.
Aus den notierten Verkaufspreisen werden per EDV Durchschnittspreise ermittelt und abteilungsweise zu Gesamtwerten hochgerechnet.
Das Stichprobenverfahren muss mindestens so genau wie die herkömmliche Methode sein. Dies ist nach herrschender Meinung dann gewährleistet, wenn die Abweichung (statistischer Fehler) vom „wahren“ Inventurwert mit 95 %iger Sicherheit
für das gesamte Sortiment unter 2%
abteilungsweise unter 5% liegt.
Die Genauigkeitsanforderungen beziehen sich aus Sicherheitsgründen nur auf die Sortimentsbereiche, die ins Stichprobenverfahren aufgenommen werden.
Die Genauigkeitsanforderungen sind Grundlage für die zu errechnenden Erfassungsintervalle, die im wesentlichen von der Streuung (Varianz) der Verkaufspreise abhängig sind.
Je größer die Preis-Streuung, um so kleiner das erforderliche Erfassungsintervall.
Um die statischen Vorraussetzungen (nicht zu große Preis-Streuungen, Normalverteilungsannahme) zur Berechnung der Intervalle zu erfüllen, werden weiterhin konventionell aufgenommen:
hochwertige Stücke,
Warengruppen/Abteilungen mit großer Preisstreuung und/oder vielen nicht aussortierbaren hochwertigen Stücken,
Abteilungen mit zu geringen Stückzahlen.
Vollerhebungsgrenze
Abhängig von den jeweils aufzunehmenden Sortimenten ist es erforderlich, Artikel mit Verkaufspreisen über der Vollerhebungsgrenze konventionell vollständig aufzunehmen. Diese Vollerhebungsgrenze wird in Anlehnung an die zu bildenden Gruppen unterschiedlich vorgegeben. Sie wird jedoch so geplant, dass es sich um wenige bzw. klar abgrenzbare Artikel mit hohen VK- Preisen handelt.
Zählintervalle
Als Berechnungsgrundlage werden die Daten der letzten konventionellen Inventur herangezogen. Es werden die Werte für Menge, VK- Preis und ggf. Warengruppe bzw. Abteilung pro Artikel benötigt.
Auf dieser Basis werden pro Warengruppe, Abteilung oder Filiale – je nach erforderlicher Ergebnisgliederung – die notwendigen Intervalle mit Hilfe einer mathematischen Formel berechnet.
In diese Formel gehen maßgeblich ein:
Vorgaben zur Absicherung der Ergebnisse (statistische Parameter)
Preisstruktur und mengen- sowie wertmäßiger Umfang der betrachteten Grundgesamtheit
Gleichzeitig werden während dieses Planungsvorgangs Datensätze mit alternativen Vollerhebungsgrenzen durchgerechnet. Als Ergebnis kommt ein Vorschlag mit unterschiedlichen Vollerhebungsgrenzen und den dazu gehörenden Zählintervallen beispielsweise für jede Warengruppe heraus.
Kriterien für die Stichprobeninventur
In die Stichproben werden nur Abteilungen bzw. Warengruppen aufgenommen, die folgende Kriterien erfüllen:
Errechnetes Erfassungsintervall mind. 5 (Intervalle unter 5 bringen keinen Zeitvorteil)
Stücke über € 50,00 mit geringem Arbeitsaufwand aussortierbar
Warengruppen problemlos abgrenzbar (getrennte Platzierung innerhalb der Warenträger).
Auswertungen bzw. Hochrechnungen nach der Durchführung
Neben der Einführung der Verfahrensweise der Stichprobeninventur in den Filialen gilt es natürlich auch, die Durchführung – d.h. die entsprechenden Auswertungen und Hochrechnungen – zu gewährleisten.
INFORM bietet neben der Auswertung Inventurdaten mit INVENT auch die Erfassung der Inventurbelege als Dienstleiter an.
Nehmen Sie Kontakt zu uns auf! Wir beraten Sie gerne.