Bei INVENT Schätzverfahren wird, basierend auf einer Stichprobe, durch Hochrechung auf den Gesamtwert des betrachteten Lagers geschlossen. Die Lagerpositionen (Grundgesamtheit genannt) werden in zwei Bereiche eingeteilt: Vollaufnahmeschicht und Stichprobenraum
Mit der Bildung der Vollaufnahmeschicht wird eine geringe Anzahl hochwertiger Positionen ausgesondert und wie bisher vollständig körperlich aufgenommen. Hiermit wird durch Erfassung einiger weniger Artikelpositionen bereits ein großer Teil des Lagerwertes abgedeckt. Die Abgrenzung des Vollerhebungsraumes erfolgt über eine vorher festgelegte Wert- und Preisgrenze. Das heißt, jede Position, deren Wert bzw. Einzelpreis eine dieser Grenzen übersteigt, wird dem Vollerhebungsbereich zugeordnet. Die Inventurparameter für Wert- und Preisgrenze werden gezielt festgelegt, damit etwa 50 % des Gesamtlagerwertes über die Vollaufnahme abgedeckt werden. Die restlichen Lagerpositionen (Stichprobenraum) werden zu Schichten (homogene Teilbereiche) zusammengefasst. INVENT ermittelt dabei das Optimum der Schichtanzahl. Mit Hilfe eines integrierten Zufallszahlengenerators werden die körperlich aufzunehmenden Stichprobenelemente bestimmt. Die Stichprobenelemente werden wie bisher körperlich aufgenommen und erfasst. Die Erfassung erfolgt im ERP- bzw. Warenwirtschaftssystem des Anwenders.Als Hochrechnungsverfahren nutzt INFORM das Verfahren der Differenzenschätzung. Dies bedeutet, dass der Mittelwert der tatsächlichen Inventurdifferenzen gebildet und auf den Rest der Elemente hochgerechnet wird. Der Aufnahmeumfang bei INVENT Schätzverfahren liegt zwischen 5 und 15 % der Elemente einer Grundgesamtheit. Die Aufnahme kann über das Jahr verteilt, aber auch an einem Tag erfolgen.